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KLUB DIALOG #4

BLOG zum KLUB DIALOG

KLUB DIALOG #4

 Nach dem schon einmal gut aufgegangenen Konzept des OPEN SPACE haben sich auch im Juni wieder 6 kreative Projekte in je 7 Minuten ihrem neugierigen und begeisterten Publikum präsentiert!

Dieser OPENSPACE konnte einen Zuschauerrekord von ungefähr 200 Gästen verzeichnen! Fleißige helfende Hände schafften zusätzliche Stühle in die Stauerei, bevor es los gehen konnte.

BesucherrekordAmbiente

 

 

 

 

 

OPEN SPACE, wie geht das?

Für alle, die den ersten OPEN SPACE verpasst hatten, erklärte Bremen Vier Live Reporter und uns er Moderator des Abends, Freddy Radeke, noch einmal das System: Nach Ablauf der 7 Minuten ertönt der Gong, „Wer danach noch weiter redet, wird geknebelt!“ Und als Applaus für die vorgestellten Kreativ-Ideen fungierten auch an diesem Abend wieder die weichen, knautschbaren, silbernen „KLUB DIALOG Anti-Stress-Bälle“ mit denen das Publikum gemeinsam auf die überlebensgroße „Gefällt mir“-Hand zielen konnten. Getragen und gehalten vom „Silverman“

 Moderator Freddy Radeke Silverman

 

 

 

 

Die Jungs mit der Marmelade

 


Los ging’s auf der Bühne mit David Zacharias, der leider ohne seinen im Urlaub weilenden Kollegen und Mitgesellschafter Marco Stolle auskommen musste. Die beiden betreiben das „weltweit ersten Mameladen-Abo“, wie sie selbst sagen. Wer gerne Marmelade isst, kann sich im Online-Shop www.Daily-Marmelade.de ein Abo bestellen und bekommt einmal im Monat eine Überraschungssorte Marmelade aus insgesamt 75 Geschmacksrichtungen ins Haus geliefert. Das Abo kann ein Viertel-, ein halbes oder ein Jahr dauern und verlängert sich nicht automatisch, es gibt also „keine Marmeladen-Abo-Falle“, beteuerte David Zacharias.

Begonnen hat alles als studentische Idee im Jahr 2007, als die beiden die ersten abonnierten Marmeladen noch selbst und per Fahrrad zur Post gebracht haben. Mittlerweile packen die beiden Jungunternehmer monatlich viele hundert Marmeladenpäckchen, bzw. lassen packen. Denn irgendwann wurde es in den WG-Zimmern der Studenten zu eng und die WG eine Etage unter ihnen „hatte keine Lust mehr, immer die zwei Kubikmeter Packflocken anzunehmen, wenn wir gerade in der Uni waren“, erzählt David Zacharias. Also wurde „outgesourct“: den Verpackung und Versand haben die beiden abgegeben. Auch die Bauernmarkt-Beschickerin, von der sie ihre handgemachte Marmelade bezogen, konnte die große Nachfrage eines Tages nicht mehr bedienen, so dass sich Stolle und Zacharias eine kleine niedersächsische Manufaktur gesucht haben, die nun in Handarbeit die 75 Marmeladen-Sorten, Kaffee- und Schokoladen-Cremes produziert.

Erfolg beflügelt und macht den Kopf frei für neue Ideen, so dass die beiden Marmeladen-Jungs jetzt auch ein Angebot für „Kaffeebummler“ machen. Das Prinzip ist ähnlich: es geht auch um ein Abo, diesmal aber für Kaffee. Und die Sorten kommen nicht per Zufall, sondern richten sich danach, wo auf der Welt gerade Erntezeit ist. Wer also sein Kaffee-Abo im Juli beginnt, bekommt als erstes einen Indonesischen Kaffee, im November kommt der Kaffee dann beispielsweise aus Äthiopien. Mehr über diesen neuen Geschäftszweig der „Stolle und Zacharias GbR“ unter www.kaffeebummler.de

Zum Schluss gab es für einige Glückliche sogar noch eine Marmelade zu gewinnen: Erdbeer-Rhababer, Pfirsich-Maracuja und noch viel Ausgefalleneres!

 David Zacharias Daily Marmelade

 

 

 

 

Socialbar statt KLANK

 


Nachdem leider nur wenige Tage vor dem OPEN SPACE die vier Musiker von KLANK abgesagt hatten, haben sich Susanne und Norbert Hayduk äußerst kurzfristig bereitgefunden, an deren Stelle einzuspringen, schon allein dafür gebührt herzlicher Extra-Dank! Das äußerst web-affine Ehepaar Hayduk, das sich selbst an den Schnittstellen von Malerei, Marketing, Fotografie, Redaktion und Web bewegt stellt an diesem Abend allerdings nicht sich selbst, sondern das Projekt „Socialbar“ vor, www.socialbar-bremen.de:

An jedem ersten Donnerstag im Quartal – das nächste Mal am 7.7.2011 ab 19 Uhr mit dem Rahmenthema „Netzkultur und Kunst im Netz“ – findet die Socialbar im Bürgerhaus Weserterrassen (früher im Alten Fundamt) statt. Die Socialbar existiert bereits seit drei Jahren und wendet sich an alle, die sich gesellschaftlich einbringen wollen: „Hier treffen sich Vertreterinnen und Vertreter gemeinnütziger, sozialer und kultureller Einrichtungen und Organisationen mit Internetexperten zu einem informellen Austausch in netter Atmosphäre“, so die Socialbar über die Socialbar. Es gibt viel Raum für Fragen und Austausch rund ums Web 2.0, aber genauso über gesellschaftliche Entwicklungen.

 Susanne und Norbert Hayduk SocialBar

 

 

 

 

 

Männer mit Stofftieren

 


Wenn zwei erwachsene Männer sich mit dem abgegrabbelten Stofftier ihrer Kindheit auf eine Bühne stellen, dann verlangt das nach Aufmerksamkeit. In diesem Fall handelte es sich um den Medieninformatiker Christian Bode und den Diplomingenieur Marc Fernsel, die den hellblauen Stofftier-Hasen Lampinos und den braunen Bonny – von dem nicht genau erkennbar war, ob Löwe oder Igel – mit im Gepäck hatten. Die Idee zu ihrer Firma „myStofftier.com“ geht auf diese beiden alten Wegbegleiter zurück: für jeden ist in der Kindheit und Jugend ein bestimmtes Stofftier besonders wichtig. Und trotzdem stammen sie doch alle aus irgendeiner Massenproduktion. Das fanden die beiden unangemessen dafür, wie individuell doch die Verbindungen im Laufe des Lebens zu diesem weichen Kuschelwesen werden und gründeten ihre Firma. Auf der Website der beiden kann jetzt jeder sein ganz individuelles Stofftier designen: Man wählt aus den verschiedenen Formen für Körper, Köpfe, Arme, Beine, Augen, Mund, Ohren, sucht sich die passende Stoff-Art und -farbe dazu, bestimmt, ob es mit Watte oder Körnern (zum Erwärmen in der Mikrowelle) gefüllt sein soll, bestellt und bekommt zwei Wochen später das höchstpersönlich für einen in Bremen-Huchting handangefertigte Kuschelphantasiewesen. Dazu gehören eine Geburtsurkunde und eine Waschanleitung. Großartig kennenzulernen war dann auch noch „Buster“. Buster war der Prototyp, handgenäht nach einem Nähkurs von Marc Fernsel „aus einer meiner Boxershorts und ausgestopft mit Klopapier, wir hatten ja noch nichts anderes“, erinnern sie sich. Die beiden sind erst seit 2010 in Bremen auf dem Markt, dachten sie seien in einer Marktnische unterwegs. Aber zumindest das Presseecho spricht eine andere Sprache: „Wir hatten so eine Pressemitteilung über einen Verteiler losgeschickt. Schon zehn Minuten später klingelte das Telefon und die BILD Bremen wollte mehr über diese Geschäftsidee wissen. Mittlerweile haben die beiden über ihre Stofftier-Fotogalerie im Netz festgestellt, dass ihre Tiere sogar schon Shanghai erreicht haben.

 Marc Fernsel und Christian Bode Fragerunde mit myStofftier

 

 

 

 

 

 

 

Schöne Bücher, Broschüren und Plakate

 


David Lindemann, Matthias Dörmann und Stefan Bargstedt sind „oblik“ – www.oblik.de – eine Bürogemeinschaft für visuelle Kommunikation. Um ihre Arbeit vorzustellen hatten sie 420 Charts mitgebracht, die per Beamer über die Leinwand rauschten, wie ein Film.

Die Gestaltungsvielfalt der drei reicht von Geschäftsberichten großer Bremer Institutionen über die Entwicklung von vollständigen Corporate Designs etwa für Bremer Krankenhäuser und über Plakate, z.B. für die „Jazzahead“ bis hin zu wunderschönen, zum Teil preisgekrönten Büchern. Erfahrungen, die sie in ihrer gemeinsamen Arbeit gemacht haben, fasst sie so zusammen, dass man „Herzblut vergießen“ muss, „Komplizen vertrauen“ kann und darf – etwa, wenn man sich über einen Auftrag freut und einem auf einmal dazu nichts einfällt, aber ein guter Kollege eine tolle Idee gibt – dass man auch mal „Lehrgeld zahlen“ muss, weil man unklare Preisabsprachen getroffen hat und dass man zwar Geld verdienen möchte, dass es aber auch um Ruhm und Spaß und so weiter und so fort geht.

Vielleicht nicht als erstes zum Geld verdienen, aber aus großer Begeisterung an der Gestaltung stellte Stefan Bargstedt anschließend das wunderschöne Buch „hoch un(d) platt“ vor, „die illustrierte Geschichte der niederdeutschen Sprache. Es ist ein Angebot für Plattschnacker wie für Norddeutsche mit einem latent niederdeutschen Faible oder für polyglotte Sprachliebhaber, etwas mehr über die ›andere deutsche Sprache‹ zu erfahren.“ Und weil oblik nicht „einfach nur Bücher macht“, hat dieses Werk als Besonderheit aufzuweisen, dass die vier Druckbögen des Buches so konzipiert wurden, dass sie vier Lernplakate (DIN A1) abgeben. Das bedeutet: wenn man das Buch auseinanderpflücken würde, bekäme man diese vier großen Plakate, die mit schönen Illustrationen datt Plattdütsche veranschaulichen.

 Oblik Applaus

 

 

 

 

„Es gibt zu viele weiße Wände“

 

Bei den beiden Toms, Thomas Beck und Thomas Gerlach, auch unter dem Namen „Künstlergemeinschaft Doppelpack“ firmierend und im Netz zu finden als www.doppelpack-konzept.de geht es um die Gestaltung von noch größeren Flächen als in Büchern, Broschüren oder auf Plakaten vorhanden. Die beiden gestalten ganze Räume und bemalen derzeit vor allem Wände, so auch am OPEN SPACE Abend. Beide waren auf der Zwischenetage der Stauerei unterwegs: Während der eine erzählt hat, hat der andere gemalt, immer schön abwechselnd.

Ihre Kernaussage ist: Es gibt zu viele weiße Wände, die niemand bedacht hat. Das ist natürlich günstig für die beiden, denn sie bemalen sie dann, mit Airbrush und Pinsel. Günstig für diejenigen, die vielleicht keine riesigen Werbeetats haben ist, dass Markennamen in die Wandgestaltung mit einfließen können, sie nennen es „Guerillamarketing“.

Die Auftraggeber des Doppelpacks – Restaurants, Bowlingbahnen, Eiscafés, aber auch H&M-Läden etc. – sind mittlerweile dazu übergegangen, sie dazu aufzufordern, möglichst dann zu malen, wenn die Kundschaft im Laden ist. „Die Leute gucken uns wahnsinnig gerne bei der Arbeit zu, das weckt Kindheitserinnerungen! Wir haben doch alle als Kinder mal gemalt. Manchmal fragen Kinder auch, ob sie auch etwas ausmalen dürfen. – Sicherlich nicht mit ausmalen dürfen Kinder, wenn die beiden beim Bremer Tatort aktiv werden: denn dort sind sie bei der Innenrequisite mit dabei. Glücklicherweise wurden sie nicht per Walkie-Talkie aus dem OPEN SPACE gerissen, was hätte passieren können. Denn zeitgleich fanden Tatort-Dreharbeiten in Bremen statt. - Am Ende der sieben Minuten segelte übrigens in der Stauerei auf der Wand ein schicker Dreimaster übers Meer…

 Doppelpack Kunst

 

 

 

 

Und schließlich: OPEN SPACE goes open air

 

Ein AUSSEN THEATER kann nicht auf einer Bühne stattfinden, sonst wär es ja kein Außentheater. Also brachten die letzten sieben Minuten dieses Abends ein Novum mit sich: das gesamte Publikum bewegte sich nach draußen in den Innenhof der Stauerei, wo „wildwechsel AUSSEN THEATER“ sich auf seine Weise vorstellte: „Wie weit noch vom Herzen in die Schuhe?“ Bekleidet mit ans Mittelalter erinnernden langen Kleidern spazierten, putzten, rezitierten, liefen und bespielten Verena Reisemann und Manuela Reiser den ganzen Hof, verteilten kleine Zettelchen, sausten durch die Menge, um eine bestimmte Ecke des Geländes zu erreichen, zogen sich im Bollerwagen von einer Ecke in die andere, sangen mit warmen, volltönenden, schön klingenden Stimmen poetische Texte… - Über sich selbst sagt wildwechsel: „wildwechsel macht freie Performance-Installationen, wobei Schauspiel, Fotografie, Tanz, Musik und Gesang im „Theater der Natur“ miteinander verknüpft werden.“

Normalerweise spielen sie in der Natur, nicht unbedingt im Hafengebiet, aber immer unter der Leitung von Folkwangabsolventin Verena Reisemann. Ihre nächste Produktion wird „Theater im Dunkeln“ sein, am 30.9 und 1.10.2011 im heimischen Timmersloh nahe Bremen.

wildwechsel AUSSEN THEATERwildwechsel AUSSEN THEATER

 

 

 

 

 

weitere Fotos gibt es hier

Wir freuen uns darauf, Euch alle bei den nächsten KLUB DIALOG Veranstaltungen wieder zu sehen!

Immer am zweiten Donnerstag im Monat und immer ab 19 Uhr in der Stauerei, Cuxhavener Str. 7 in der Bremer Überseestadt.

Also bis zum:
14. Juli, 11. August, 8. September, 13. Oktober, 10. November und 8. Dezember!

Save the date:

Am 26.11.2011 findet das große Abschlussevent der EXPEDITION statt!

[Ulrike Bendrat]

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